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Zukunftsplan Kita: Gemeinsam für bessere Bildungsqualität in Mecklenburg-Vorpommern
Von Kommunikation
Am 10. April versammelten sich in der Hauptverwaltung des Instituts Lernen und Leben in Bentwisch über 100 Teilnehmer zu einer zentralen Informationsveranstaltung zum „Zukunftsplan Kita“. Eingeladen waren sämtliche Kita- und Hortleitungen des Trägers aus dem Landkreis Rostock sowie der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Darüber hinaus nahmen auch die Geschäftsführung, Bereichsleitungen, Mitarbeitende der Verwaltung, Elternräte sowie der Betriebsrat teil.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Fachvortrag von Bastian Schwennigcke des Kita-Landeselternrats MV, der gemeinsam mit der GEW Mecklenburg-Vorpommern die Hintergründe und Ziele der Initiative erläuterte.

Qualität braucht Zeit – und ausreichend Personal
Ein zentrales Ergebnis aktueller wissenschaftlicher Studien wurde dabei besonders hervorgehoben: Unabhängig von Qualifikation und Engagement kann eine pädagogische Fachkraft nur eine begrenzte Anzahl von Kindern qualitativ hochwertig betreuen und fördern. Zeit ist ein entscheidender Faktor, der sich nicht beliebig durch Fachkompetenz ausgleichen lässt.
Internationale Empfehlungen zeigen klare Schwellenwerte für eine gute pädagogische Qualität auf:

  • unter 2 Jahre: 3 Kinder pro Fachkraft
  • unter 3 Jahre: 4–5 Kinder pro Fachkraft
  • über 3 Jahre: 7–8 Kinder pro Fachkraft
  • über 6 Jahre: 13–17 Kinder pro Fachkraft

Werden diese Grenzen überschritten, verschiebt sich der pädagogische Fokus zunehmend hin zur reinen Aufsicht und Grundversorgung. Bildungs- und Entwicklungsprozesse geraten ins Hintertreffen.
Belastung für Fachkräfte – Folgen für das System

Die aktuellen Rahmenbedingungen wirken sich nicht nur auf die Kinder aus. Auch die Fachkräfte stehen unter erheblichem Druck. Steigende Belastungen führen vermehrt zu krankheitsbedingten Ausfällen – was wiederum weitere Mehrbelastungen von Teams zur Folge hat.

Demografischer Wandel als Chance
Prognosen zeigen, dass sinkende Geburtenzahlen bis zum Jahr 2035 zu einem Rückgang von bis zu 3.000 Fachkräftestellen führen könnten – möglicherweise sogar mehr. Mecklenburg-Vorpommern steht damit vor einer strategischen Entscheidung: Soll die Entwicklung in einen Abbau von Kapazitäten münden oder als Chance genutzt werden, um die Qualität der Betreuung durch kleinere Gruppen und bessere Personalschlüssel gezielt zu verbessern?
Aus bildungsökonomischer Sicht spricht vieles dafür, die sogenannte „demografische Dividende“ zumindest teilweise in Qualitätsverbesserungen zu investieren.

Kernforderung: Schrittweise Verbesserung der Personalschlüssel
Die Initiative „Zukunftsplan Kita“ fordert eine schrittweise Annäherung an die wissenschaftlich empfohlenen Mindest-Fachkraftschlüssel. Konkret soll der Personalschlüssel ab sofort bis zum Jahr 2031 jährlich um 0,1 bis 0,3 Vollzeitäquivalente verbessert werden.
Volksbegehren als nächster Schritt

Um hierherzugelangen, strebt die Initiative, unter Zugrundelegung eines eigens ausgearbeiteten und mit Gründen versehenen Gesetzentwurfs, ein Volksbegehren an, welches jedoch die Unterstützung von mindestens 100.000 Wahlberechtigten voraussetzt. Nimmt der Landtag den vorgelegten Gesetzentwurf spätestens nach sechs Monaten nicht an, sind die Voraussetzungen für einen Volksentscheid erfüllt. 

Institut Lernen und Leben unterstützt aktiv
Das Institut Lernen und Leben, Träger von über 70 Kitas, Schulen und Horten in Mecklenburg-Vorpommern, positioniert sich klar als Unterstützer des „Zukunftsplan Kita“. Der Träger wird sich aktiv an der Initiative beteiligen und ist von Beginn an dabei, wenn voraussichtlich am 21. April die landesweite Unterschriftensammlung startet.

Mit diesem Engagement setzt das Institut ein deutliches Zeichen für bessere Rahmenbedingungen in der frühkindlichen Bildung – im Interesse der Kinder, der Fachkräfte und der gesamten Gesellschaft.
 

Pressemitteilung